Kein Vergeben, kein Vergessen! Auch Obdachlose haben Namen.


Plakate werben für Gedenkdemo
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Organisation gedenkt Horst Pulter (WAZ v. 20.12.2011)
23. Dezember 2010, 08:10
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Die Organisation „Antifa Velbert“ ruft bereits jetzt zu einer Demonstration am 5. Februar 2011 um 14:00 Uhr auf dem Willy-Brandt-Platz auf. Unter dem Motto „Kein Vergeben, kein Vergessen“ soll an den von mehreren rechten Gewalttätern getöteten Horst Pulter erinnert werden, der am 5. Februar 1995 starb. „Diese Tat von Rechtsextremen darf in Velbert nicht vergessen werden“, heißt es in dem Demonstrationsaufruf. Der 65jährige Obdachlose war damals mit Tritten und Schlägen und Beschimpfungen als „Penner“ und „Scheißjude“ gequält worden. „Wir werden an seinem 16. Todestag Horst Pulter  gedenken und seinen Mord in das Gedächtnis der Menschen rufen“, so die Antifa-Organisation.

(Quelle: WAZ, Velbert vom 20.12.2011)



Mobilisierungsmaterial
17. Dezember 2010, 13:52
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Werbematerial für die Demo könnt ihr kostenlos unter antifa_velbert@riseup.net bestellen.

Um uns zu unterstützen könnt ihr auch unsere Soli-Buttons bei uns sowie über folgende Shops Soli-Buttons erhalten: www.linke-buttons.dewww.roter-shop.de, und bei Disgusted Youth

Auch wenn wir euch Materialien wie Flyer und Plakate kostenlos zur Verfügung stellen, kosten sie sehr viel Geld. Um euch weiter mit Material versorgen zu können, brauchen wir dringend Spenden. Wenn ihr spenden wollt, setzt euch doch bitte mit uns in Verbindung, helft uns, indem ihr unseren Aufruf oder unsere Links auf eurer Webseite platziert oder unser Mobilisierungsvideo unter http://www.youtube.com/watch?v=vwqzlS-6F0M verbreitet. Alle Informationen, Bilder, Texte, Anfahrtsmöglichkeiten und Kontakthinweise findet ihr auch unter https://fuenfterfebruar95.wordpress.com – dort können ebenso die Flyer und Plakate als schwarz-weiß Kopie heruntergeladen, kopiert und verteilt werden.



Der aktuelle Aufruf

Wir als junge Antifaschisten aus Velbert haben schon seit einiger Zeit das Gefühl, dass sich etwas in unserer Stadt vollkommen falsch entwickelt hat und es noch immer tut: Zeitungsberichte, die Gewalttaten zwischen rechten und nicht-rechten Personen als „Meinungsverschiedenheit zwischen Jugendgruppen“ werten, statt als Straftat, unser Bürgermeister Stefan Freitag, der sich erstmalig traut offen über Nazis in unserer Stadt zu reden, wenn freie Kameradschaften und NPD unbehelligt durch Velbert marschieren und von einer „Multi-Kulti-Kanackenrepublik“ sprechen dürfen und ansonsten behauptet, in Velbert gäbe es keine Neonazis, Polizeibeamte, die einen rassistischen Mord mit den Worten „hätte es damals schon Alkoholverbote gegeben, wäre das nicht passiert“ relativieren und ein Fußballverein, der Seite an Seite mit seinem Nazipöbel zusammenarbeitet – nur einige Beispiele, wie Nazis in Velbert gedeckt werden.

Am 05. Februar 2011 jährt sich zum 16. Mal der Todestag des Velberter Obdachlosen Horst Pulter. Dieser Mord war der Gipfel rassistischer und menschenverachtender Straftaten in Velbert. Schon seit gut zwei Jahrzehnten hat sich im 90.000 Seelen Städtchen Velbert (Kreis Mettmann bei Düsseldorf, zwischen Essen und Wuppertal) eine Naziszene etabliert, die von Akzeptanz in der Bevölkerung bis hin zu der widerlichen Hetze der „Multikultur ist sozialer Krieg – Kriminelle Ausländer raus!“ genannten Demonstration am 30.10.2010 reicht.

In den frühen 90er Jahren waren es u. a. die nationalistische „Freiheitliche Deutsche Arbeiterpartei“ und die „Deutsche Alternative“, die in Velbert aktiv waren und sogar zeitweise ein Haus in Velbert besetzt hielten – die WAZ – Velberter Zeitung bot ihnen in einem Artikel noch Platz für ihre Parolen und ausländerfeindliche Hetze. Auch eine Reihe körperlicher Angriffe auf ihnen missliebige Personen ging auf ihr Konto, darunter ein Angriff auf ein Punkkonzert, an dem sich 30 bis 40 Personen beteiligten. Aus diesem Kreis stammte auch mindestens einer der 7 Täter, die am 5. Februar 1995 im Velberter Herminghauspark den Obdachlosen Horst Pulter zuerst als „Penner“ und „Scheißjude“ verhöhnten, ihn später dann mit einem Schlachtermesser ermordeten.

In den Wohnungen der Täter wurden Fotos mit Hakenkreuzen und Hitlergruß gefunden. Im Gerichtssaal spricht der Staatsanwalt zwar von einer „rechtsradikalen, menschenverachtenden Gesinnung“ der Täter, dass es sich bei dem Mord allerdings auch um eine Tat mit rechtem Hintergrund handelte, wurde von Justiz und Polizei jahrelang verschwiegen.

Der Mord an Horst Pulter ist kein Einzelfall. Fünfzehn tote Obdachlose durch rechte Gewalt verzeichnet die Chronik der Frankfurter Rundschau. Nur vier von ihnen werden von der Bundesregierung unter den Tötungsdelikten mit rechtem oder fremdenfeindlichem Hintergrund der vergangenen Jahre erwähnt. Seit der deutschen Wiedervereinigung 1990 bis heute wurden 137 Menschen bundesweit aus rechten oder rassistischen Gründen ermordet. Der Mord am Obdachlosen Horst Pulter wurde nie richtig aufgearbeitet. Fragen wir heute vor allem junge Menschen in Velbert, ob ihnen der Name Horst Pulter etwas sagt, so kriegen wir die Auskunft, dass ihn niemand kennt. Wenige wiederum erinnern sich wage an die Geschehnisse im Jahr 1995, haben diese weitestgehend aber ad acta gelegt. Dies wollen wir so nicht stehen lassen. Wir müssen das Gedenken an die Opfer faschistischer Gewalt aufrechterhalten. Wenn wir es nicht tun, überlassen wir die Geschichtsschreibung dem Lauf der Zeit und damit dem Vergessen.

Gerade in einer Zeit, in der in Velbert wieder Naziaktivitäten wahrzunehmen sind, ist es umso so wichtiger, auf Missstände hinzuweisen, rechtsradikale Strömungen und Strukturen zu bekämpfen und dergleichen Taten für immer zu verhindern. Allerdings ist klar, dass die Schuldfrage am Mord nicht allein mit einem Fingerzeig auf die rechte Szene gelöst ist. Wirtschaft, Politik und Medien propagieren seit Jahren ein negatives Bild von Erwerbs- und Obdachlosen. Wer Hartz4 bezieht, steht schnell als „arbeitsfauler Sozialschmarotzer“ da. Für die herrschenden Verhältnisse ist dies nur von Vorteil: Wenn Arbeitslose, Mittellose oder Obdachlose als minderwertig dargestellt werden, können Sozialhilfesätze gekürzt oder eine Überwachung von Hartz4-BezieherInnen durchgesetzt und verschärft werden, ohne dass sich jemand daran stört.

Diese Tat von Neonazis darf in Velbert nicht vergessen werden – gerade in einer Zeit, in der in Velbert wieder rechte Umtriebe wahrzunehmen sind.

Velbert darf vor seiner Geschichte nicht die Augen verschließen.

Aufrechtes Erinnern muss vor Gewalt und menschenverachtendem Denken warnen.

Gegen rechte Gewalt und soziale Ausgrenzung.

Für eine Welt ohne Grenzen und ohne Schranken, ohne Diskriminierung und Ausgrenzung.

Nie wieder Krieg – Nie wieder Faschismus

Wir möchten das Gedenken an Horst Pulter und alle anderen Opfer menschenverachtender Ideologie in Erinnerung halten.

Kein Vergeben, kein Vergessen – Auch Obdachlose haben Namen!
Demonstration gegen rechte Gewalt und soziale Ausgrenzung
in Erinnerung an den von Neonazis ermordeten Horst Pulter

05. Februar 2011 | 14 Uhr | Velbert, Willy-Brandt-Platz



Indymedia: Auch Obdachlose haben Namen
16. Dezember 2010, 23:48
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Ein Indymedia-Artikel beleuchtet den Mord an Horst Pulter noch einmal:
http://de.indymedia.org/2010/11/295511.shtml



Mobi-Video zur Antifa-Demo am 5. Februar 2011 – Obdachlose haben Namen – In Gedenken an Horst Pulter in Velbert

Gedenkvideo zum Mord im Herminghauspark
19. Januar 2010, 22:22
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