Kein Vergeben, kein Vergessen! Auch Obdachlose haben Namen.


Chronik

Vielseitig sind die Straftaten und das Auftauchen Velberter Neonazis. Leider zeugt davon auch diese, bestimmt nicht vollständige, aber dafür trotzdem erschreckend umfassende Chronik faschistischer Vorfälle aus Velbert:

August 1990 – Mehrere Velberter Neonazis beteiligen sich am Rudolf-Hess-Gedenkmarsch in Wunsiedel

20.11.1990 – In Nötigung, Sachbeschädigung und Landfriedensbruch im mehrfachen Fall endete ein Treffen von Neonazis 1990 in Velbert. Als Auswirkung der guten regionalen Vernetzungen der Velberter Neonazi-Szene trafen sich am 20.11.1990 ca. 40 neonazistische Skinheads aus Duisburg, Essen, Bochum und Velbert in einem leerstehenden Haus in Velbert, zogen von dort aus randalierend mit dem Bus in die City und später weiter in den Stadtteil Neviges, wo weitere zehn Personen zu der Gruppe stießen. Etwa 60 Polizeibeamte – zur Verstärkung kamen Einsatzkräfte aus Essen und Wuppertal – waren im Einsatz. 24 Nazi-Skins wurden vorübergehend festgenommen. Sie hatten Waffen wie Messer, Schlagringe und Gaspistolen und neonazistisches Propagandamaterial bei sich.

16.03.1991 – Mit Duldung der Stadt ziehen vier neonazistische Skinheads in ein leerstehendes Haus in Velbert. Die WAZ – Velberter Zeitung bietet ihnen in einem Artikel noch Platz für ihre Parolen und ausländerfeindliche Hetze.

01.05.1993 – Am Abend des 30. April 1993 fand in der Velberter Jugendkneipe „Penny Lane“ ein Punkkonzert statt. Bereits am Nachmittag hielt sich eine Gruppe von Nazi-Skins und Hooligans aus Essen, Hagen und Velbert im Umkreis des Veranstaltungsortes auf. Dabei wurde an einer Bushaltestelle eine Besuchergruppe von drei Nazis mit Leuchtkugeln beschossen. Offensichtlich als Vergeltungsaktion ist der massive Angriff auf das „Penny Lane“ gegen l Uhr zu verstehen, an dem etwa 30 bis 40 rechte Jugendliche beteiligt waren. Dieses Scharmützel hinterließ in Velbert deutliche Spuren der Verwüstung: zerstörte Gartenzäune und Schaufenster, demolierte Autos und zwei Verletzte in den
Vorgärten – für Velbert ein einschneidendes Ereignis. Bei den nächtlichen Vorfällen zeigte sich, dass die örtliche Polizei völlig überfordert war und dieses Geschehen herunterzuspielen versuchte. Die 20 Jugendlichen, die sich untereinander geprügelt hätten, gehörten zu „Randgruppen, mit denen der Bürger leben, aber keine Angst haben muß“. In die gleiche Kerbe schlug Wolfgang Rohr, Leiter der Schutzpolizei im Kreisgebiet Mettmann. Genau wie damals wird in der Stadt auch heute noch geleugnet, überhaupt rechtsextreme Tendenzen in Velbert zu haben: „Für uns gibt es keine Anzeichen, in dieser Richtung zu ermitteln.“ Diese Devise scheint bis heute zu gelten.

06.01.1995 – 20 Neonazis überfallen gewaltsam eine Party.

05.02.1995 – Am 5. Februar 1995 starb im Velberter Herminghauspark der 65jährige Obdachlose Horst Pulter. Qualvoll hingerichtet von einem Haufen Neonazis. 7 rechtsextreme Jugendliche und junge Erwachsene zogen von einer Geburtstagsfeier durch den Velberter Stadtpark. An einem Teich wollten sie erst ausprobieren, wie oft man einem Schwan den Hals umdrehen kann, bis er abfällt. Unterwegs begegnete ihnen ihr späteres Opfer. Horst Pulter schlief in einer Holzhütte, wo sie ihn mit „Scheiß Jude“ oder „Penner“ beschimpften. Sie schlugen ihn, sie quälten ihn, sie traten ihn, bis er bewusstlos wurde. Sie entfernten sich. Der Haupttäter kehrte zurück. Er rammte dem bewusstlosen Menschen ein Steak-Messer in den Körper. Bei späteren Hausdurchsuchungen wurden nazionalsozialistische Schriften, Bilder und Hakenkreuzfahnen gefunden. Der Haupttäter wurde wegen Mordes zu 10 Jahren, die Mittäter zu je 2 Jahren und 9 Monaten Gefängnis verurteilt. Das Gericht bezeichnete die Tatmotive als besonders abscheulich und wiederwärtig und die Tat als sinnlos, menschenverachtend und an Brutalität und Verwerflichkeit nicht zu überbieten.

1995 – Teile der Kameradschaft „Nationales Forum Niederberg“ unter Leitung ihres Kaders Norman Bordin beteiligen sich als lokale Wahlhelfer für die DVU.

Februar 1998 – Ein schlimmes Beispiel für Rassismus und Rechtsextremismus, ausgehend von einem Unternehmen aus Velbert, war 1995 in einem Blatt der NPD zu lesen, das im bergischen Land in der Nähe von Solingen und im Ruhrgebiet verbreitet wurde. Ausbildungsplätze zum Metallschleifer bot darin die Firma Mechano -Schliff des Herrn Ulrich Erle an. Sein Betrieb „mit ausschließlich deutschem Personal“ und „traditionellen Wertvorstellungen“ wolle „dem Zeitgeist widerstehen“. Er bot daher 2500 DM Verdienst und Unterkunft für die Auszubildenden an und vermerkte: „Uns sind Vorbestrafte durch das System willkommen.“ – Deutsche Arbeitsplätze nur für Deutsche und seien sie auch Brandstifter! Das ehemalige CDU-Mitglied schaltete seine „Stellenanzeigen“ in der Nazi-Postille „Einheit und Kampf“ . Schon 11 Jahre zuvor verweigerte Ulrich Erle einer Türkin die Lohnfortzahlung im Krankheitsfall: „Sonst haben wir nachher türkische Chefs und deutsche Arbeitnehmer, so läuft’s ja nun nicht“. Nachfragen brauchte man aber auch nicht: „Gewerkschaftern gebe ich am Telefon keine Auskunft“.

Im April 1999 schändeten Mitglieder des Siepensturms einen jüdischen Friedhof am Zwingenberger Weg in Velbert mit rechtsextremistischen Symbolen und Parolen, um das Andenken jüdischer Opfer zu beschmieren. Die in schwarzer Farbe aufgetragenen Schmierereien fand ein Passant an den Eisenpfosten des Eingangstores sowie auf  mehreren Grabsteinen.

12.03.2000 – 30 Polizeibeamte stürmen den Treffpunkt des Siepensturms und nehmen 11 Personen fest. Der  polizeiliche Staatsschutz durchsucht 16 Wohnungen und Räumlichkeiten der Mitglieder und nimmt 13 weitere Mitglieder fest.

März 2000 – Nach den Festnahmen im Zusammenhang mit Gewalttaten von Mitgliedern des Siepensturms appellierten Politiker der Grünen an die Stadtverwaltung, gemeinsam mit den zuständigen Polizeidienststellen ein Konzept für die Jugendarbeit im Siepen zu erarbeiten. Bereits im Jahr zuvor wurde der Auftrag durch den Bezirksausschuss erteilt. Außer Berichten der Polizei im Jugendhilfeausschuss sind jedoch „keinerlei Aktivitäten der Stadtverwaltung“ zu erkennen gewesen.

19.03.2000 – 50 Neonazis feiern ein Konzert der Rechtsrockband „Oidoxie“ in Velbert.

2000 – Wegen rechtsradikaler Sprüche nahm die Polizei 29 Männer und Frauen in Düsseldorf fest. Diese waren „äußerlich der rechten Szene zuzuordnende Fans der SSVg Velbert“, die ausländische Mitbürger in einem Zug angepöbelt und den Hitlergruß gezeigt haben.

3 Nazis hängten am Donnerstag, 17. August 2000 nachts vier Transparente an zwei Brücken im Langenhorst über der A44 auf, um dem Jahrestag des Selbstmordes von <Neonazis in Velbert – Eine Bestandsaufnahme Rudolf Hess zu gedenken. Erst am Samstag zuvor hatten drei Velberter Propagandamaterial an Straßenlaternen und in Briefkästen verteilt.

Die 90er – Ende der 80er Jahre entwickelte sich im Raum Velbert eine eigenständige Neonazi-Szene innerhalb des örtlichen Fußballvereins SSVg Velbert, die über zahlreiche rechte Cliquen an die organisierten regionalen Neonazi-Strukturen des Umlandes angebunden war. Über die neonazistische „Freiheitliche Deutsche Arbeiterpartei“ (FAP)
entstanden Kontakte zu Gleichgesintnen nach Duisburg und Essen. Rechte Skinheads und ihr Umfeld traten durch zahlreiche gewalttätige Übergriffe in das öffentliche Stadtbild von Velbert. Zu Hochzeiten umfasste die Velberter Nazihoolszene ca. 40 bis 50 Personen. Die jüngeren rekrutierten sich aus den hochklassigen Fußballvereinen der Umgebung: Rot-Weiß Essen, MSV Duisburg, Schalke o4. Ca. seit Herbst 1998 entdeckten die Velberter Rechten und deren Sympathisanten die Spiele des damaligen Landesligisten  SVg Velbert. Die Zaunfahnen der „Brigade Velbert“ und der „Velbert Front“ dominierten seitdem das Stadion und waren auch vom Verein anerkannt. Auch zahlreiche Ausschreitungen und Gewaltübergriffe im Rahmen von Auswärts- und Heimspielen änderten nichts daran. Ausländerfeindliche und antisemitische Sprüche und Parolen im Stadion wurden toleriert. Auch Mitglieder des Siepensturms mischten sich zeitweise unter die Fußballhools. Häufiger dienten Nazis und Hooligans auch bei wichtigen Fußballspielen im Verein mit und übernahmen für die Sicherheitsfirma „Bröhl Security“ die Ordneraufgaben im Stadion. Bis heute spricht sich der SSVg Velbert-Vorsitzende Oliver Kuhn trotz mehrfachen Anraten der Polizei dagegen aus, gegen Fans Stadionverbote auszusprechen. Stattdessen hagelte es immer wieder „letzte Chancen“ nach Delikten. Vorfälle wurden somit als „dumme Jugendstreiche“ von „unpolitischen“ Personen dargestellt.

In der Nacht vom 22. auf den 23.9.2000 wurde ein Brandanschlag auf eine Flüchtlingsunterkunft an der Kreuzstrasse in Wuppertal-Barmen verübt. Die Täter warfen zwei Molotov-Cocktails gegen die Unterkunft, wovon einer durch ein Fenster in den Schlafraum einer Familie aus Ex-Jugoslawien flog und eine Matratze in Brand setzte. Nur einem Zufall ist es zu verdanken, dass niemand schwer verletzt oder getötet wurde. Es gab zwei leichte Verletztungen, das Feuer konnte gelöscht werden. Noch in derselben Nacht nahm die Polizei sieben Nazis fest, die sich in Tatortnähe herumtrieben. Bei den der Polizei z.T. bekannten Nazis handelte es sich um drei Frauen und vier Männer im Alter von
16 bis 24 Jahren, drei der Täter stammten aus Velbert. Die vier Rechtsextremen hatten in ihren Geständnissen angegeben, sie hätten sich zu den Anschlag bei einem Treffen in der Wohnung eines der Angeklagten entschlossen. Daraufhin besorgten sie sich an einer Tankstelle Benzin, das sie in Mineralwasserflaschen umfüllten. Anschließend fuhren die Männer zunächst zu einer im Bau befindlichen Synagoge, zu einem SPD-Parteibüro und schließlich zu dem Asylbewerberheim, das sie als Anschlagsziel auswählten. Bei den aus Wuppertal und Velbert stammenden Verurteilten handelt es sich um einen Werkzeugmacher, einen Lehrling, einen Metallschleifer und einen Maler.

3. Januar 2001 – Ein 40jähriger Mann greift im Bus einen Schwarzafrikaner an und beschimpft ihn. Als ein 18-Jähriger dem Ausländer helfen will, wird auch er attackiert.

8. September 2001 – In der Nacht ritzten bislang Unbekannte in Velbert Nazi-Symbole in den Lack von zwei Pkws.

22. Dezember 2001 – Ein Racheakt, der eskalierte. Eine mehrköpfige Gruppe drang in eine Nevigeser Wohnung ein, verwüstete diese und fügte dabei sieben Personen teilweise schwere Körperverletzungen zu. Die in der Wohnung anwesenden Jugendlichen und jungen Erwachsenen wurden durch Tritte und Schläge, teilweise mit Stühlen und anderen harten Gegenständen – misshandelt. Sie erlitten Prellungen und Platzwunden. Auslöser des Vorfalls war ebenfalls ein Gewaltakt. Einige Stunden zuvor soll einer der Täter von einer Freundin erfahren haben, dass deren Freund von einem gemeinsamen Bekannten verprügelt worden sei. Der Hauptangeklagte beschloss, sich am Täter zu rächen. Alle Beteiligten waren der Velberter Naziszene zuzurechnen.

24.5.2002 – Zu einem schweren Übergriff auf zwei Migrantenjugendliche kam es am Abend in Mettmann/Velbert. Acht Jugendliche grölten zunächst ausländerfeindliche Parolen und verletzten dann die Migranten so schwer, dass sie zur Behandlung in ein Krankenhaus gebracht werden mussten. Die von ZeugInnen alarmierte Polizei nahm die acht Angreifer fest.

7.8.2002 – Die Schändung des jüdischen Friedhofs in Velbert-Neviges vor dreieinhalb Jahren scheint aufgeklärt. Ein 21-jähriger ehemaliger Angehöriger einer örtlichen rechtsextremen Gruppe sowie drei 19-Jährige gestanden, damals Grabsteine mit Hakenkreuzen beschmiert zu haben. Gegen die jungen Männer wurde ein Strafverfahren  eingeleitet.

2002 – Die NPD, unterstützt durch lokale Neonazis, organisiert einen Info-Stand anlässlich von Wahlen in Velbert.

1. Mai 2003 – Mit 45minütiger Verspätung wird das Spiel SSVg Velbert gegen Fortuna Düsseldorf angepfiffen. Veranstalter und Einsatzkräfte der Polizei konnten nicht dafür sorgen, dass die verfeindeten Gruppierungen getrennt bleiben und Zäune werden umgerissen. Hundertschaften der Polizei müssen organisiert werden, um die fast 7000
Zuschauer in Zaum zu halten. Die Velberter werden von lokalen Neonazis sowie Hooligans aus Essen sowie dem gesamten Umland unterstützt. Auch nach dem Spiel soll es noch einige weitere Zusammenstöße zwischen den als links geltenden Fortuna-Fans und rechtsradikalen Velbert-Hools gegeben haben.

In der Folge eines Fußballspiels zwischen den Amateuren von Alemannia Aachen und der SSVg Velbert am 9.10.2004 kam es zu rassistischen Entgleisungen. Der Mob kommentierte Ballberührungen dunkelhäutiger Spieler mit „schwarze Sau“ und ähnlichem. Anstatt die „Praktiken“ der Nazis und Fußballkrawalltouristen mal in Frage zu stellen,
kritisierte die Velberter Zeitung nur einzeln herausgepickte unbeteiligte Besucher wieso sie denn zu so Spielen fahren. Damit wurden friedliche Besucher als kriminell dargestellt, den Rassisten jedoch nicht widersprochen.

1. April 2005 – Velberter Rechtsradkale aus dem Umfeld der SSVg Velbert beteiligen sich als Wahlhelfer an einem Infostand in der Innenstadt und plakatieren Plakate der NPD anlässlich der Bundestagswahlen.Ein Lautsprecherwagen belästigt die Velberter Einwohner mit seinen Durchsagen.

08.10.2005 – Projekt Aaskereia spielen ein Konzert „im Kreis Mettmann“.

08.04.2006 – Projekt Aaskereia spielen einen „Liederabend“ in Velbert.

Ein Auto ist am Mittwochabend, 31.1.2007, von unbekannten Tätern mit einem blauen Hakenkreuz bemalt worden. Die Polizei hat ein Strafverfahren eingeleitet und ermittelt nun wegen der Verwendung von Kennzeichen verfassungswidiger Organisationen. Nach Angaben der Polizei muss die Tat am frühen Mittwochabend, zwischen 17 und 19.30 Uhr, passiert sein. Ein weißer Kleinlastwagen hatte auf der Straße Am Lindenkamp in Velbert, in Höhe Am Kostenberg, geparkt. Auf diesen Wagen malten unbekannte Täter an der rechten Fahrzeugseite ein blaues Hakenkreuz

November 2007 – In Langenberg tauchen Flyer auf, die die „deutsche Bevölkerung“ dazu ermutigen sollten, beim Lebensmittelkauf aufzupassen und auf ausländische Geschäfte zu verzichten.

06.01.2008 – Velberter und befreundete Mülheim-Speldorfer Hooligans sorgen für einen Abbruch eines Hallenfußballturniers. Nachdem es unter den 1200 Zuschauern zwischen vermutlich rechten Hools und türkischen Mitspielern zu Tätlichkeiten und Ausschreitungen gekommen war, waren zunächst einige der Problemfans von Polizeibeamten aus der Halle verwiesen worden, das Turnier später jedoch komplett abgebrochen worden.

Juli 2008 – Ein Anwohner startet zusammen mit der rechten Partei PRO NRW eine Bürgerinitiative gegen die von Muslimen betriebene „Velberter Festhalle“ – einer Veranstaltungslokalität.

Am 01.08.2008, gegen 23.45 Uhr befand sich eine ca. 10- köpfige Gruppe rechtsradikaler Jugendlicher in einer S-Bahn von Essen nach Hattingen und legte sich dort mit dem Zugpersonal an. Die Gruppe war im Vorfeld bereits durch Pöbeleien gegenüber anderen Fahrgästen in einer S-Bahn auffällig geworden. Im Rahmen der Fahndung wurden fünf
Tatverdächtige aus Duisburg, Hattingen und Velbert im Alter von 15 bis 33 Jahren angetroffen und überprüft. Sie zeigten sich gegenüber den eingesetzten Beamten aggressiv um waren zum Teil erheblich alkoholisiert. Bei der Durchsuchung wurden noch Aufkleber der rechten Szene aufgefunden.

November 2008 – In einer Velberter Traditionsgaststätte wurde der bisherige Regionalbeauftragte und Internetadministrator von pro NRW, Uwe Berger aus Heiligenhaus zum neuen Kreisvorsitzenden von Düsseldorf-Mettmann gewählt. (…) „Ergänzt wird der Kreisvorstand durch das ‚Velberther Urgestein’ Hans Werner Bäcker“, so
der neue Chef der „hochkarätigen Vorstandsmanschaft“, offenbar nicht nur damit überfordert, den Namen der Stadt Velbert korrekt zu schreiben.

Februar 2009 – Übers Internet verbreiten Rechtsradikale Morddrohungen gegenüber Harry Gohr, Spitzenkandidat der Partei DIE LINKE sowie Parteimitglied, KPDler und Historiker Günther Judick.

3.April 2009 – Bei einer Abiturfeier im Herminghauspark kommt es neben der Eskalation zwischen Ordnungsdienst auf der einen und feiernden Jugendlichen auf der anderen Seite auch zu Schlägereien unter einander. Beteiligt hier: Rechtsradikale gegen Ausländische Jugendliche.

3.Mai 2009 – Offensichtlich in der Nacht zum Sonntag wurden die beiden Plakatstellwände der Partei DIE LINKE in Velbert von Nazis beschmiert. Diese hinterliessen auf den Tafeln Hakenkreuze und faschistische Parolen.

Oktober 2009 – Kameradschaftstreffen mit Axel Reitz in Velberter Gaststätte.

Nach dem Tod eines bekannten Neonazis und Fußball-Hooligans feiern Mitglieder der Gruppierungen Brigade Velbert und Velbert Front im September 2009 mit Genehmigung der SSVg Velbert im Stadion während eines Fußballspiels eine Art „Trauerfeier“. Mit Rauchpulver und Seenotrettungssignale sowie Transparenten mit der Aufschrift „RIP
Volker“ und „See you in Wallhalla. BV98 + VF“ verabschiedeten sich die „Fans“ und Freunde von ihm auf ihre Art. Der Verein schritt nicht gegen die offiziell verbotenen Raucheffekte ein und gestattete das Abspielen des Böhse Onkelz-Stückes „Nur die besten sterben jung“ – damit zeigte der Verein, dass er kein Problem damit hat, auch mehr als
umstrittene Personen feiern zu lassen.

Auch in Velbert gingen am 17.11.2009 Schülerinnen und Schüler aus dem Umland im Rahmen des Bildungsstreiks auf die Straßen. Schon morgens um 9 Uhr versammelten sich einige stadtbekannte Nazis in der Innenstadt und tranken sich bei Nieselregen einige Dosen Bier. Wie vermutet wurde, traf man die Nasen dann um 11Uhr im Demozug an. Mit
provozierenden Pullovern und Jacken versuchten sie negativ Stimmung zu machen. Typische Aufschriften waren „Nationaler Widerstand“ und „N.A.Z.I“.

Am Samstag, 6. Februar 2010 fand in Mettmann (NRW) ein „Balladenabend“ mit den neonazistischen Bands „Mahnwache“ und „Projekt Aaskereia“ statt – beides Bands aus dem Umfeld der ehemaligen RAC-Band „Notwehr“. Angekündigt war ein Konzert „im Kreis Mettmann“ schon länger auf der Seite von Projekt Aaskereia. Laut mittlerweile
gelöschten Gästebucheinträgen auf der Homepage kam es zu Schlägereien untereinander, ansonsten endete das Konzert ohne Probleme.

Ungefähr 40 Bürgerliche, lokale Politiker und Antifas hielten am 15.02.2010 im Velberter Herminghauspark eine Mahnwache ab. Unter dem Motto „Kein Vergeben, kein Vergessen – Auch Obdachlose haben Namen!“ erinnerte man an den grausamen Mord an Horst Pulter. Nach der Veranstaltung fiel ein Nazi auf der versuchte, Teilnehmer der Mahnwache abzufotografieren.

März 2010 – Etwa 20 Nasen kamen im März in Velbert zusammen, um an einer Informations- und Mobilisierungsveranstaltung für den Naziaufmarsch in Stolberg teilzunehmen.

April 2010 – Pro NRW und NPD plakatieren, vermutlich auch mit Hilfe Velberter Nazis, die Velberter Stadt sowie den gesamten Wahlkreis für die Landtagswahlen zu. Ein Velberter Musikschulbesitzer gestattet das Plakatieren am Zaun seines Geländes. Zuvor warb er bereits im Parteimagazin der NPD – die Deutsche Stimme.

Ebenfalls im April sind Hetzschriften sowie Aufkleber der NPD, die auch zu “getrennten Klassen für Ausländer und Deutsche” aufrufen, in Velbert angekommen. Rund 3000 Schülervertretungen in NRW bekamen in den vergangenen Tagen Post von der NPD. Darin hetzt die rechtsradikale Partei gegen den Islam und ausländische Schüler. Die
„Nationaldemokratische Partei Deutschlands“ (NPD) hat eine Offensive an NRW-Schulen gestartet und will im Rahmen ihres Landtagswahlkampfes die teils noch jungen, unerfahrenen Schüler in ihre Propaganda einspannen. Dabei ist parteienpolitische Werbung an Schulen an sich schon verboten. Diese enthält jetzt noch dazu dumpfe Sprüche, Fremdenfeindlichkeit und durchsichtige Hetzparolen gegen Ausländer. Betroffen sind von Gymnasien bis zu Haupt- und Realschulen Lehranstalten im Kreis Mettmann und in ganz NRW. Absender sind Michael Schäfer, Bundesvorsitzender der Jungen Nationaldemokraten, und NPD-Landesvorsitzender Claus Cremer.

August 2010 – In einigen Hausfluren in Velbert tauchen Flyer für den Antikriegstag neonazistischer Kameradschaften in Dortmund auf.

Zu einem fremdenfeindlichen Übergriff kam es am Dienstag, 28.09.2010 in den Abendstunden. Zwei Männer und eine Frau schlugen ihr 18jähriges Opfer. Sie ist Deutsche, besitzt jedoch einen türkischen Migrationshintergrund, den zwei Männer und eine Frau am Tragen eines Kopftuchs ausgemacht haben dürften. Das unbekannte Trio stieß die 18-Jährige am Dienstagnachmittag auf dem Memeler Weg in Velbert, zwischen Schopenhauer Straße und Bartelskamp, zu Boden, riss ihr das Kopftuch ab und beleidigte sie mit ausländerfeindlichen Beschimpfungen. Einer der Täter schlug der jungen Frau mehrfach ins Gesicht.

Am 30.10.2010 marschierten im Rahmen einer NPD-Demo 160 Neonazis durch Velbert-Neviges.

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